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Spiritueller Impuls Dezember 2017

Tauwetter ist angesagt!

"Rorate caeli desuper et nubes pluant justum", oder auf deutsch - "Tauet ihr Himmel von oben und Wolken regnet herab den Gerechten" - so lautet ein bekannter und auch beliebter Antwortruf nach der Lesung in der Adventzeit im Gregorianischen Choral.

Als ich noch im Kinderalter war, hatte ich immer Angst, diese Worte mitzubeten oder zu singen, da ich nicht wollte, dass der Schnee wegtauen sollte, wenn es gerade einmal geschneit hatte.

Wir feiern die Roratemessen bei Kerzenschein, was eine Herausforderung für die Augen ist. Dabei hat nicht das Kerzenlicht den Roratemessen ihren Namen gegeben. Sie sind nur ein unterstützendes Element. Der Rorateruf ist dem Jesajabuch 45,8 entnommen. Er steht im Zusammenhang mit der Berufung des Perserkönigs Kyrus, der von Gott den Auftrag erhält, Jerusalem wieder aufzubauen. Das Volk Israel, das in der Verbannung in Babylon leben musste und Sehnsucht nach Jerusalem und seinem Tempel hatte, erfährt durch den Propheten davon. Die Verschleppung nach Babylon war unmittelbar Folge der Verehrung von fremden Göttern. Jesaja hatte ständig aufgerufen, bei Jahwe zu bleiben, das Volk hörte aber nicht auf ihn und musste die Konsequenzen tragen.

Es ist also eine dunkle Zeit für Israel, in die Jesaja die Worte spricht wie in Jes 9,1 - "Das Volk das in Dunkel lebt...." sieht erst einmal nichts, aber dann strahlt sein Licht auf im Land der Finsternis, "denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns geschenkt." (Jes 9,5) - Er wird den Menschen vom Himmel her geschenkt werden, so wie die Israeliten in der Wüste das Manna von Gott bekommen haben. In der Morgensonne wird es glänzen und strahlen wie kostbare Diamanten, also strahlendes Licht nach der dunklen Nacht und die Menschen sehen wieder etwas, nämlich Jerusalem und den Tempel.

So hat dieses "Tauen" nichts mit Schmelzen von Schnee zu tun. Wir hoffen auch gerade in der dunklen, kalten Jahreszeit nach "Tau"-Wetter in einer immer kälter werdenden Zeit, die nicht durch Temperaturen bestimmt ist, sondern durch unser Verhalten unseren Mitmenschen gegenüber, wie wir sie behandeln - oft lieblos.

Dies ist eine messianische Ankündigung, die Eingang gefunden hat in die Liturgie der Adventzeit. Auch in den Evangelien wird immer wieder auf den Propheten verwiesen. Und das Volk Israel wartet noch immer auf den verheißenden Messias während der Zeit der Besetzung durch die Römer. Freilich warten sie auf einen solchen Retter wie den Perserkönig Kyrus, der einmal wie ein Kriegsheld eingreift und sich dann wieder zurückzieht.

Mit den Worten des Propheten Jesaja im Hintergrund kann die Feier des Weihnachtsfestes eine viel größere Tiefe erhalten. Es ist mehr als Tannenbaum, Glühwein und Lichterkette. Vielleicht doch mit hier und da etwas Schnee, der im Licht funkelt wie kostbarer Edelstein.

Den spirituellen Impuls für den Dezember 2017
schrieb P. Aelred Kuhbandner OCist

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