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Spiritueller Impuls Juni 2016

Wegbereiter im Glauben

Wenn wir auf den Heiligenkalender der Monate Juni und Juli schauen, fallen zwei Gestalten der Glaubensgeschichte auf, die zwar durch fünf Jahrhunderte getrennt sind, aber doch viel gemeinsam haben. Am 11. Juli feiern wir den hl. Benedikt von Nursia, den Vater der Mönche und den Patron von Europa sowie am 24. Juni die Geburt von Johannes dem Täufer.

Beide waren Visionäre in ihrer Zeit. Johannes erkannte Jesus als das "Lamm Gottes", den Messias, der im Alten Testament angekündigt worden ist. Benedikt erkannte in seiner Zeit der Völkerwanderung und Heimatlosigkeit, dass der Mensch einen Mittelpunkt braucht, bei dem er sein und bleiben kann. Das Bleiben ist für ihn nach einer Zeit der Suche charakteristisch geworden - die "stabilitas", also die Beständigkeit an einem Ort, in einer Gemeinschaft und somit auch in sich selbst. Dieser Mittelpunkt ist für ihn Gott, ihn sollen wir suchen, und so hat auch Johannes gesucht. Er war nicht nur ein, sondern der letzte Prophet im Sinne des Alten Testaments, der das Reich Gottes in Jesus kommen sah. Aber er macht hier noch nicht Schluss - denn mit Jesus kommt etwas Neues, das das Alte zwar nicht verdrängt oder aufhebt, sondern erfüllt, sichtbar macht und uns erleben lässt. So bereitet Johannes den Weg zu Gott, indem er uns zur Umkehr und zum Bekennen unserer Sünden aufruft, zur "conversatio". Damit ist der Bogen zu Benedikt geschlagen. Auch er ruft zur "conversatio" auf. Wir sind auch aufgerufen, den eigenen Willen zuzulassen, der ein Schritt hin zur Sünde ist. Wir sollen uns bewusst sein, dass wir sündigen, wenn wir den "Begierden des Fleisches" nachgeben, und wir sollen aus dem Geist leben, der uns geschenkt ist. Er ist uns geschenkt in Taufe und Firmung - genau in dem Zeichen, durch die das Reich Gottes mit Jesus angebrochen ist.

Johannes weiß, dass mit seiner Predigt sein Leben in Gefahr ist, und dass er nicht lange predigen kann, aber er weiß auch, dass es weitergeht. Auch Benedikt weiß, dass es nach ihm weitergeht, wenn er am Ende seiner Regel schreiben kann, "wer immer du auch bist", der nach meiner Ordensregel lebt. In seiner Vision von der "Schule des Herrendienstes" leben die Mönche und Nonnen (von denen er freilich nicht schreibt, aber die er bestimmt auch schon im Blick hatte) in der Welt, um das angebrochene Reich Gottes sichtbar zu machen. So weist er wie Johannes auf das Kommende hin, auf die Worte Jesu, "damit alle eins sind". Und so wird Benedikt zum Visionär für die Menschen in Europa, eins zu sein, nicht nur bei wirtschaftlichen Fragen, sondern auch durch gemeinsame Kultur, Religion und verwandte Sprachen.

Benedikt und Johannes schöpfen aus alten Quellen, Johannes aus dem Alten Testament, Benedikt aus den Schriften der ersten Mönche und der Kirchenväter, die er für seine Regel umarbeitet. Und das können wir Menschen heute auch tun - wir müssen das Rad nicht neu erfinden, wir können auch auf die Tradition schauen und neue Ideen entwickeln - für unsere Kirche, unseren Orden, aber auch für unsere Gesellschaft, damit wir heute 2016 Wegbereiter für unsere Nachkommen sind. Bauen wir Wege, die in die Zukunft weisen, auf denen wir voranschreiten können.

Den geistlichen Impuls für Juni 2016
schrieb P. Aelred Kuhbandner OCist

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