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Spiritueller Impuls Juli 2016

Unruhige Fahrwasser

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Es hat heftige Reaktionen gegeben, als der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki ein Flüchtlingsschiff zum Kölner Dom bringen ließ und es als Altar am Fronleichnamsfest benutzte. Die Wogen der Aufmerksamkeit haben sich jetzt geglättet und doch bleibt die schweigende Botschaft des Flüchtlingsbootes verstörend.

Wir sitzen eben nicht alle im selben Boot - wie ein Sprichwort sagt - nur mit dem Unterschied, dass die einen rudern und die anderen angeln. Wie viel besser wäre diese Wirklichkeit als diejenige, die wir erleben. Wir sitzen in verschiedenen Booten. Während die einen kentern und elendig ertrinken, genießen die anderen die Weite des Meeres und lassen ihren Wohlstandsmüll ins Wasser laufen, wo er auf die Leichen der Ertrunkenen trifft.

Wir sitzen nicht alle im selben Boot. Wir wissen nicht, wie viele kleine Boote sich auf den Weg machen und im großen Meer der Hoffnungslosigkeit kentern. Das Meer nimmt die Toten auf - nicht jedoch, um uns diesen grausigen Anblick zu ersparen, sondern nur weil wir den anderen auf dem Land keinen Platz zuerkannt haben. Das Meer klagt uns an. Trotz eines unruhigen Seegangs ist es die einzige Ruhestätte für die ertrunkenen Flüchtlinge geworden.

Wir sitzen im sicheren Boot. Man müsste schon korrekter sagen - im Ozeanriesen der Luxusklasse. Wir fühlen uns sicher, nicht so sehr aus dem Glauben an Gott heraus, sondern weil wir von gewaltigen Stahlwänden umgeben, mit bester Technik ausgerüstet und mit ausreichend Lebensmitteln versorgt sind. Wir sitzen im vermeintlich sicheren, unsinkbaren Schiff. Doch die Erfahrung lehrt uns schmerzlich, dass jedes Schiff kentern kann.

Wir sitzen in unserem Schiff und fragen - in welchem Boot sitzt Jesus? In unserem? In dem der Flüchtlinge? Geht er mit dem sinkenden Schiff unter? Rettet er? Die Erzählung vom Sturm auf dem See, wie sie die Evangelien berichten (zum Beispiel - Markusevangelium, 4. Kapitel, 35. - 40. Vers*), bekommt einen neuen Klang. Es gibt keine leichten Antworten.

Unser Leben, unsere Gesellschaft, unsere Politik sind wie ein schwerfälliger Ozeanriese. Die Flüchtlingsboote sind leicht und wendig, aber darum auch besonders gefährdet. Sie wollen zu uns und schaffen es nicht. Wir haben die Möglichkeit, ihnen entgegen zu kommen und zu helfen - auch wenn es sehr schwer und mühsam sein wird und nur langsam gehen wird, den Kurs des Ozeanriesen zu ändern. Noch haben wir die Kontrolle über den Ozeanriesen. Aber dies kann sich ändern, denn auch unser Schiff kann kentern. Und wer wird uns helfen, wenn wir sinken? Wir können und müssen verhindern, dass wir oder die anderen untergehen.

Den spirituellen Impuls für den Juli 2016
schrieb Pater Bruno Robeck OCist

 

*Mk 4, 35 - 41: "Am Abend dieses Tages sagte Jesus zu seinen Jüngern: Wir wollen ans andere Ufer hinüberfahren. Sie schickten die Leute fort und fuhren mit ihm in dem Boot, in dem er saß, weg; einige andere Boote begleiteten ihn. Plötzlich erhob sich ein heftiger Wirbelsturm, und die Wellen schlugen in das Boot, sodass es sich mit Wasser zu füllen begann. Er aber lag hinten im Boot auf einem Kissen und schlief. Sie weckten ihn und riefen: Meister, kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen? Da stand er auf, drohte dem Wind und sagte zu dem See: Schweig, sei still! Und der Wind legte sich und es trat völlige Stille ein. Er sagte zu ihnen: Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben? Da ergriff sie große Furcht und sie sagten zueinander: Was ist das für ein Mensch, dass ihm sogar der Wind und die See gehorchen?"

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