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Spiritueller Impuls März 2017

Durchkreuzte Wege

Simon von Cyrene war nach einem langen, anstrengenden Arbeitstag von der Feldarbeit auf dem Heimweg. Das Wetter war ungewöhnlich heiß für diese Jahreszeit. Und von einem Acker konnte eigentlich auch keine Rede sein - es war eher ein Steinbruch, dem er da etwas Fruchtbringendes abringen wollte.
Noch dazu gab es daheim Ärger. Sein ältester Sohn Alexander kam ihm entgegen, um ihm von dem Vorfall zu erzählen. Der jüngste Sohn Rufus hatte mit einem Nachbarjungen Streit und ihn dabei verletzt - dumm nur, dass der Vater des Jungen ein angesehener Mann der Stadt war. Das konnte unangenehm werden!
Simon war also schon innerhalb des Stadtbereichs, als er einen großen Menschenauflauf sah. Das hielt ihn wieder auf, das konnte er gar nicht gebrauchen.
Doch was ist das für ein merkwürdiger Zug - ein Leichenzug! Wieder wird mal einer zur Kreuzigung gebracht. Er weiß nicht, wie es passieren konnte, dass er so nah ran ging - vielleicht wollte er sehen, wer da auf so qualvolle Art sein Leben verliert. Eine junge Frau bückt sich zu dem Verurteilten nieder und putzt ihn vom Gesicht den Schweiß ab. Plötzlich wird er in das Geschehen hineingezogen. Die römischen Besatzer zwingen ihn, dem Verurteilten das Kreuz tragen zu helfen. Was geht mich das an? Soll das doch ein anderer machen! Die bewaffneten Römer flößen ihm dann aber Respekt ein. Er packt an, es wird ja nicht lange dauern. Der Verurteilte ist Jesus Christus. Er war unter der Kreuzeslast zusammen gebrochen - damit es weiter geht und die Soldaten Feierabend machen konnten, zwangen sie Simon, das Kreuz zu tragen. Jesus sah ihn! Simon hatte wohl noch nie von ihm gehört - er war ja ein Gastarbeiter hier. Doch der Blick Jesu hatte etwas, was Simon nicht mehr aus dem Sinn ging.
Szenenwechsel - eine Kleinstadt mit Bahnhof. Zwei junge Männer warten auf ihren Zug, als sie gegenüber eine Person hilflos im Gleis liegen sehen. Da kommt doch auch gleich ein Zug. Was mag denen durch den Kopf gehen? Soll doch ein anderer nachschauen, es sind doch genug Menschen hier. Wenn wir jetzt unseren Zug verpassen, springt der Chef wieder aus dem Hemd. "Komm, packen wir an" sagen sie, als keiner der anderen bereit ist zu helfen. So wurde ein hilfloser Mensch gerettet. 
Simon von Cyrene gibt es zu allen Zeiten. Unvorhergesehene Dinge passieren und durchkreuzen die eigenen Pläne. "Wer nicht sein Kreuz nimmt und mir nachfolgt, der kann nicht mein Jünger sein!", heißt eine Antiphon in unserem Stundengebet. Das müssen dann nicht kiloschwere Holzkreuze sein, die uns auf unserem Weg entgegengebracht werden - das heißt, dass auch unsere gewohnten Gänge, Abläufe, Gewohnheiten und liebgewonnnen Pläne über den Haufen geworfen werden. Wir sollen aktiv mittragen, da wo wir gebraucht werden - dann können auch wir zu einem Simon von Cyrene werden.

Die Monatsmeditation für März 2017
schrieb P. Aelred Kuhbandner OCist 

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