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Spiritueller Impuls Juli 2017

Unverwechselbar einmalig

Propheten sprechen Klartext, auch Jeremia! Erst recht, wenn ein bestimmtes Verhalten scharf kritisiert werden muss. "Verflucht der Mensch, der auf Menschen vertraut, auf schwaches Fleisch sich stützt und dessen Herz sich abwendet vom Herrn." (Jer 17, 5) Der wird leblos, wie ein kahler Strauch auf salzigem, trockenen Wüstenboden. Weshalb? Jeremia will nicht, dass wir einander argwöhnisch oder skeptisch ansehen. Er nennt aber klar und deutlich die Folgen, wenn einer seine unverwechselbare, einmalige Berufung von Mitmenschen abhängig macht, mögen sie es noch so gut meinen. Und - was gerade "in" ist oder was "man" so macht, muss einem noch lange nicht persönlich entsprechen.

Sein Herz dem Herrn zuwenden - das heißt hier - in sich hinein lauschen. Nicht in sich selbst verliebt, sondern ausgerichtet auf das in ihm gegenwärtige Wort Gottes. Gott hat es längst gesprochen - leise, aber andauernd, ein Leben lang. Gott kennt jede(n) einzelne(n) persönlich am Besten und legt in jeden Menschen seine ureigene Berufung - unverwechselbar und einmalig hinein. Diese erschließt sich nicht sofort. Sie kann überstimmt oder überhört werden. Und doch wartet sie darauf, entdeckt und aktiviert zu werden. Wenn das geschieht, lebt der Mensch auf.

Wie wir darauf kommen, ist so unterschiedlich wie wir Menschen. Ein Beispiel - der russische Pianist Dmitry Masleev, Preisträger des Tschaikowsky-Wettbewerbs im letzten Jahr, wächst ohne jede Beziehung zur Musik auf. Durch ein Vertauschen der Unterlagen gerät er in die musisch ausgerichtete Schulklasse. Er kommt voran auf dem Klavier, aber erst viel später auf dem Konservatorium macht es "klick" und er erkennt - "Musik hat existenziell etwas mit meinem Leben zu tun!" - diese Einsicht schenkt ihm die nötige Klarheit und Kraft. Er übt weiterhin 9 Stunden am Tag - freiwillig und gern, aber doch anders. Das "Wort", das in ihm schlummerte, hat er voll und ganz angenommen. Das ist Leben! Das ist ein unbezahlbares Geschenk!

Das ist jedem nur zu wünschen - die eigene Berufung zu erkennen und zu bejahen. Doch das geht immer weiter - dazu gehört auch Neues, Ungewohntes, auch Unmögliches! Die Benediktsregel widmet diesem Thema das Kapitel 68. Sie macht Mut, sich zunächst darauf einzulassen und nicht vorschnell aufzugeben. Denn hinter dem zunächst "unmöglichen" Auftrag des Oberen kann Gott selbst stehen. Und "Oberer" kann auch jeder sein, der mir mehr zutraut als ich mir selbst, der besser als ich sieht, was in mir auf Entfaltung wartet. Und was sagt Jeremia dazu? "Gesegnet der Mann, der auf den Herrn sich verlässt und dessen Hoffnung der Herr ist. Er ist wie ein Baum am Wasser, auch in einem trockenen Jahr bringt er unablässig seine Früchte." (Jer 17, 7-9) Also - Leben mit den realistisch einkalkulierten Trockenzeiten!

Der Jesuit Peter Köster sagt es in seinem Buch "Geistliche Begleitung" so - "Wir leben, um einer persönlichen Bestimmung zu folgen und in dieser Welt eine persönliche Spur zu hinterlassen. Um seelisch gesund zu bleiben - und das hat auch seine Auswirkungen auf das Leibliche - gilt es, dieses Besondere, dieses unverwechselbare Einmalige zu entdecken und zu respektieren. Unsere Menschwerdung kann nur gelingen, wenn wir damit in Übereinstimmung kommen und unserer persönlichen Lebensberufung folgen."
"Verflucht...gesegnet..." - Wie spricht Jeremia mich an?

Den spirituellen Impuls für den Juli 2017
schrieb P. Gregor Winter OCist

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