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Spiritueller Impuls November 2017

Selbst Licht werden

Ich bin das Licht R. Capolupo

Eine schwarze Tür mit einem strahlenden, aufrechten Menschen, der ganz in farbigem Licht aufgeht. So hat die Schülerin Rosita Capolupo aus der Gesamtschule in Zell an der Mosel das Jesuswort "Ich bin das Licht" (Joh 8, 12) umgesetzt. Sie bringt es mit einem weiteren Jesuswort in Verbindung - "Ich bin die Tür - wer durch mich hineingeht, der wird selig werden" (Joh 10, 9). Ihre Arbeit ist Teil der sehenswerten Ausstellung, die aktuell in unserem Kloster zu bewundern ist.

Die schwarze Tür erinnert eindringlich an ein schmerzhaftes, erzwungenes Loslassen, dass unser Leben auf der Erde einmal zu Ende geht. Unweigerlich fällt mir das 47. Werkzeug der Geistlichen Kunst ein, das Benedikt im 4. Kapitel seiner Regel nennt - sich den unberechenbaren Tod täglich vor Augen halten. Dieses Werkzeug tut sicherlich vielen weh und man ist versucht, es beiseite zu legen. "Jetzt noch nicht, nein, das passt jetzt gar nicht!" Hilft das?

Beim Blick auf die bunte Lichtgestalt denke ich besonders an einen Familienvater in meinem Alter, der vor fast zwei Monaten starb. Ich kenne ihn und seine Frau aus der Jugendgruppe meiner Heimatpfarrei. Jetzt halte ich die Danksagung mit zwei Fotos lange in den Händen. Da ist Johannes, wie ich ihn kenne. Und dann sehe ich ihn daneben, zusammen mit seiner Frau. Hier erkenne ich ihn nur sehr schwer - gezeichnet und ausgezehrt von der tödlichen Krankheit. Doch das berührt mich - er und seine Frau strahlen, lächeln, wie befreit, still, mit viel "Hintergrund". Ich lese die von seiner Frau mit ruhig-fester Hand geschriebenen Worte: "Wir hatten noch zwei schöne Jahre mit ganz viel Tiefe." Ich kann nur ahnen, wie kostbar, teuer und "tränenerkauft" dieses Lächeln von beiden ist.

Ich bin sicher, beide haben sich von diesem 47. Werkzeug bearbeiten und verwandeln lassen. Genau das sagt mir die Lichtfigur in der schwarzen Tür - und dazu will Benedikt Mut machen - die eigene irdische Begrenztheit annehmen. Loslassen und Abschied schmerzt sehr, auch über lange Zeit hinweg. Und doch - durch Christus, Tür und Licht in einem, kann und will diese Zeit zur Quelle einer größeren Freiheit und Freude werden.

So hat für mich die Lichtperson in der Tür einen Namen. Es ist Johannnes, für den wir erhoffen dürfen, dass er am Licht Gottes teilhat. Aber nicht nur für ihn und alle Verstorbenen - auch für alle Lebenden ist die Lichtfigur eine Ermutigung - Grenzen bejahen und mit Christus loslassen - das ist ein erster Schritt, dass Gottes Licht sich in bunten Farben bricht - in unserem Leben und auch, wenn wir lächeln.

Den spirituellen Impuls für den November 2017
schrieb P. Gregor Winter OCist

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