kopfbild 01 04

Spiritueller Impuls Januar 2019

2019, 5780 und 1441 -
Wann beginnt das neue Jahr?

Marienstern Kalender

Diese Frage erscheint eigenartig, da der Jahreswechsel weltweit vom 31. Dezember auf den 1. Januar begangen wird. Dieser Jahreswechsel ist jedoch nur eine Möglichkeit von vielen und vor allem - er ist eine pragmatische Einigung. Er basiert auf dem antiken römischen vorchristlichen Kalendersystem und er nimmt gleichzeitig in der Jahreszahl Bezug auf den christlichen Glauben. Das Geburtsjahr Christi gilt als Zeitenwende –  es ist das Jahr „0“, von dem aus zurück- und vorgerechnet wird.

Unbeachtet dieser gemeinsamen Jahreszählung haben die Religionen ihre eigene Zeitrechnung, die unsere persönliche Sichtweise bereichern kann.

Das christliche Kirchenjahr hat nämlich schon mit dem ersten Advent begonnen. Dieser liegt manchmal im November, manchmal im Dezember. Mit dem Kirchenjahr beginnt die Zeit des bewussten Wartens auf Gottes Kommen in unsere Welt - Gottes Menschwerdung feiern wir Weihnachten. Wir denken aber auch an sein Kommen in unser Leben und sein Kommen am Ende der Zeiten.

Im September begrüßen die Juden das neue Jahr. Sie zählen die Jahre seit der Erschaffung der Welt. Die Festlegung des Jahres „0“ orientiert sich an der Geschlechterfolge und dem Lebensalter der wichtigen Personen in der Thora. Das Jahr „0“ des jüdischen Kalenders ist das Jahr 3761 vor der christlichen Zeitrechnung. Am 30. September 2019 beginnt das Jahr 5780 seit der Erschaffung der Welt. Die Tage des Jahreswechsels gelten für die gläubigen Juden als Gerichtstage Gottes. Gott beurteilt die Taten des vergangenen Jahres, wobei noch Möglichkeit zur Buße und Umkehr besteht.

Das islamische Jahr beginnt mit dem Auswanderungstag Mohammeds aus Mekka nach Medina und mit der Gründung der ersten muslimischen Gemeinde. Dies geschah im Jahre 622 nach christlicher Zeitrechnung. Da sich der islamische Kalender an den Mondphasen orientiert, wandert das Neujahrsgedenken durch die Jahreszeiten. Am 31. August 2019 wird das Jahr 1441 nach der Auswanderung Mohammeds beginnen. An diesem Tag denken viele gläubige Muslime darüber nach, was wohl die Zukunft bringen wird und welche Entscheidungen anstehen.

Weder im Hinduismus noch im Buddhismus gibt es einen festen Neujahrstermin. Eine nähere Erläuterung würde den Rahmen meines Impulses sprengen. Bei den vielen Terminen zum Neujahrsfest, die sich alle aus derselben spirituellen Tradition speisen, kann man nur staunen. Sie zeigen aber auch den unbefangenen und selbständigen Umgang mit dem Glauben. Neujahr ist immer möglich.

Diese wenigen Ausführungen zeigen, wie berechtigt die Frage nach Jahresbeginn ist. Es ist deutlich geworden, dass ein neues Jahr immer einen neuen Anfang markiert, dass dieser aber zu ganz verschiedenen Zeitpunkten geschehen kann und mit unterschiedlichen Ereignissen verknüpft ist.

Wenn wir jetzt am Beginn des neuen globalen Kalenderjahres stehen, können wir es als einen Aufbruch in ein unbekanntes Land sehen und uns die Frage stellen, was es bringen wird und wie wir es gestalten wollen. Wir können Rückschau halten und daraus Vorsätze für die vor uns liegende Zeit ableiten. Und als Christen können wir vor allem mit Freude und Zuversicht in das neue Jahr gehen, weil Gott Mensch geworden ist und uns seine Liebe auf schönste Weise in seinem Sohn Jesus Christus offenbart hat.

So wünsche ich Ihnen, dass das neue Jahr Sie, Gott und Ihre Mitmenschen näher bringt und dass Sie viel Bereicherndes und Schönes erleben.

Den spirituellen Impuls für den Januar 2019
schrieb Pater Bruno Robeck OCist

Namenstage

Isabella, Pit (22.2.) > Heilige

Gottesdienste

Abendlob

Jahreskalender

Mittagsgericht