kopfbild 01 04

Spiritueller Impuls Juni 2018

Unser Weg durch die Wüste

Unser blauer Planet Erde ist von vielen Wüsten bedeckt, beispielsweise von den Wüsten Gobi, Kalahari und auch der Sahara, die uns regelmäßig Wüstenstaub schickt.
Dabei formen die Sandkörnchen, meistens Quarzkörner, die Landschaft, indem sie die Berge regelrecht abschleifen. Dazu bilden Sandberge bizarre Geländeformen.
Wasser kommt dabei ausschließlich in tiefen Schichten vor und ermöglicht nur wenigen Tieren und Pflanzen Leben.
Dabei sind viele Wüsten auf der Erde auch durch den Menschen entstanden. So belegen Höhlenmalereien, dass in der Sahara vor einigen tausend Jahren Tiere lebten, die heute ausgestorben sind. Da dort die Lichtverschmutzung der Städte fehlt und die Luft sehr trocken ist, lassen sich die Sterne und der Mond viel besser betrachten.
Weniger bekannt ist die Tatsache, dass auch Meere, sogar die ganze Antarktis Eiswüsten sind, ähnlich wie es Beton- und Asphaltwüsten in Städten gibt.

Wegen der Lebensfeindlichkeit der Sahara war sie immer ein bevorzugter und spiritueller Ort, da der Mensch, der sich ganz vom Treiben der Welt zurückgezogen hat, hier eine ganz besondere Nähe zu Gott erkennen kann. Das war der Ort der Wüstenväter - wie beispielsweise der Heilige Antonius, der dort als Einsiedler gelebt hat. Hier konnten sie ungestört und ohne jede Ablenkung zu Gott beten.

Der Weg durch die Wüste war auch für das Volk Israel eine Zeit und ein Ort des Rückzuges von der bisher bekannten Welt und Lebensweise. Die Wüste war für sie eine Art Schule des Herrendienstes - und sie haben sich dort wahrhaftig nicht immer als Musterschüler erwiesen. Und auch für Jesus waren die 40 Tage in der Wüste eine Schulung, um dem Bösen zu widerstehen und aufzuzeigen, dass Gottes Macht größer ist als alles Böse.

Aber die Erfahrung in der Wüste ist nicht immer positiv - am Anfang war die Erde wüst und leer, wie es im ersten Schöpfungsbericht heißt. Wüst und leer ist es oft auch in unserem Leben, im kreativen und vor allem im geistlichen Bereich. Wer von uns hat noch nicht die Leere gespürt, dass er sich geistlich vertrocknet vorkommt und nach einer Begegnung, einer Begleitung oder einem Wort durstet. Das passiert dann häufig so unversehen wie ein Regenschauer in der Wüste. So wie die Wadis in der Sahara überströmen, so kann jeder selbst auch für seine Mitmenschen zur grünen Oase werden.

Die Wüste kann für uns ein Bild sein, dass wir immer neu auf Gottes Wort ausgerichtet sind, das für uns zum Wasser des Lebens wird - wir müssen nur genau hinhören - so leise wie beim Rauschen der Quarzkörner am Sandberg.

Den spirituellen Impuls für den Juni 2018
schrieb P. Aelred Kuhbandner OCist 

Namenstage

Leopold, Leopoldine, Albert, Nikolaus (15.11.) > Heilige

Gottesdienste

Abendlob

Jahreskalender

Mittagsgericht