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Spiritueller Impuls Juni 2019

Fronleichnam oder -
wir gehen mal vor die Tür!

Wir erleben es immer mal wieder - für das, was manchen Menschen wichtig ist, gehen sie auch in die Öffentlichkeit und auf die Straßen. In aller Munde sind die Demonstrationen von Schülern für den Klimaschutz, wobei der Zeitpunkt dafür während der Schulzeit vielleicht etwas ungünstig gewählt ist. Anhänger von Fußballvereinen ziehen jedes Wochenende in ihren Trikots los, um ihrem Verein anzufeuern. Es gäbe noch jede Menge andere Beispiele.

Was ist uns katholischen Christen wichtig? Natürlich die heilige Eucharistie! Der Leib Christi in Gestalt einer runden Brothostie - doch dafür auf die Straße gehen? Wir empfangen den Leib des Herrn in der Heiligen Messe, ein Gebet vor dem Tabernakel geht ja vielleicht auch noch. Aber ist das genug? Christus kommt bei der Messe kurz raus, um dann wieder im gepanzerten Tabernakel zu verschwinden. Möchte er nicht bei den Menschen sein, wenn sie schon nicht mehr in so großen Mengen zu ihm kommen?

Einmal im Jahr bekommt Jesus sozusagen frische Luft, er darf dann raus aus der Enge des Ziboriums und Tabernakels. Er will nicht nur bei denen sein, die ihn kennen, an ihn glauben und ihn verehren - er will auch zu den „verlorenen Schafen“ gehen. Wie sagt Jesus doch: » Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. « Sehen wir also den Vorbeizug Jesu bei den Türen und Häusern der Menschen als einen Arztbesuch, der dazu noch vollkommen kostenfrei ist.

Es ist aber auch für uns wichtig, den Mitmenschen zu zeigen, wofür wir brennen, was uns und unserem Glauben wichtig ist. Wir wollen auf Christus hören und ihm folgen. Dabei können wir zeigen, dass wir mit ihm und untereinander „Compagnons“ sind, also Brot-Genossen mit ihm und in ihm. Denn das ist die Übersetzung dieses Begriffs - in der Sprache der Bergarbeiter auch »Kumpel« genannt.

Wenn wir Christus einen Tag im Jahr - am Hochfest des Blutes und Leibes unseres Herrn Jesus Christus, wie das Fronleichnamsfest mit voller Bezeichnung lautet - aus der Enge des Tabernakels herausholen, so will er unsere engen Herzen erweiten.

Unsere Engstirnigkeit will er mit dem Heiligen Geist öffnen, um wieder richtig oder neu sehen zu können - all das, was unsere Mitmenschen traurig macht, sie belastet - aber auch, was ihnen Freude bereitet. Die Gabe, dass er unter uns Gemeinschaft stiftet, dass keiner alleine bleiben oder alleine glauben muss und dass wir unsere Höhe- und Tiefpunkte miteinander teilen.

Zeigen wir also der Welt, unseren Nachbarn und Freunden, die den Weg zu Jesus Christus noch nicht gefunden haben, wofür wir brennen - dass er nicht in der Enge wartet, sondern uns in die Weite hinausführen will. Und sagen wir ihnen auf diesem Weg - Jesus ist auf dem Weg zu euch.

Den spirituellen Impuls für Juni 2019
verfasste P. Aelred Kuhbandner OCist

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