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Spiritueller Impuls März 2019

Mein Bauch gehört mir...

Liebe Freunde des Klosters Langwaden, der Frühling hat dieses Jahr bereits Einzug gehalten mit vielen Stunden Sonnenschein. Und dennoch feiern wir im März ein Hochfest, das so gar nicht in diese Zeit zu passen scheint.
Am 25. März ist das Hochfest der Verkündigung des Herrn. Aber was wird da verkündigt? In der Bibel und Kirchengeschichte wird und wurde insgesamt eine ganze Menge verkündigt. So mute ich Ihnen trotz des Frühlings eine kleine Rechenaufgabe zu - der März ist der dritte Monat, so zählen Sie neun Monate dazu - richtig, da kommen sie auf den 25. Dezember. Aber - bevor sie in den Forst stürzen, um einen passenden Tannenbaum zu schlagen und die ganze Weihnachts-Dekorations-Offensive vorzubereiten - wie kam es eigentlich zur Geburt Jesu Christi, dem Sohn Gottes?

Die Beteiligten sind schnell ausgemacht - Maria, die mit Josef verlobt war sowie ein Himmelsbote, Gabriel genannt.
Was dieser Engel - für sehr wichtige Aufgaben schickt Gott generell Erzengel, quasi "Außenminister" - als Botschaft für Maria dabei hat, ist schon atemberaubend. Sie soll ein Kind bekommen und ihr Verlobter Josef ist nicht daran beteilgt. Wie soll sie ihm das bitte beibringen? „Lieber Josef, ich bin schwanger, aber nicht von Dir.“ Klar, dass sich Gott um diesen Verlobten selbst kümmern muss.

Maria reagiert nach den Maßtäben der emanzipierten Frau im Sinne von Alice Schwarzer vollkommen falsch - war doch in den 70er- und 80er- Jahren des letzten Jahrhunderts ("lange ist's her") dieser Spruch en vogue - "Mein Bauch gehört mir!" - „Frau“ wollte, ja musste Karriere machen und da passen Kinder so gar nicht ins Konzept. Die Zahl der Abtreibungen ist bis heute recht hoch. Andere Dinge kommen da zusätzlich ins Spiel wie beispielsweise die Frage nach einem Wunschkind oder gar einem „Designerbaby“. Frauen wollten selbst bestimmen, ob und wann sie schwanger werden und wie das Kind sein soll.

„Mein Bauch gehört Gott“ könnte die Antwort von Maria übersetzt sein, die sie dem Engel gegeben hat. Sie lässt die damaligen, gesellschaftlichen Konventionen nicht gelten, wenn eine Frau von einem unbekannten Mann schwanger war und somit Außenseiterin wurde. Sogar die Steinigung hätte ihr als „Sünderin“ gedroht. Sie will auch keine Bedenkzeit, um ihre Lebensplanung mit der Botschaft Gottes abzugleichen, um dann wiederum nach reiflicher Überlegung mit „Ja“ oder „Nein“ zu antworten.
So sagt sie ohne Zögern - “Ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe, wie du es gesagt hast.“

Ein kleiner Satz für Maria - ein großer für die Menschheit. Mit ihrem Jawort hat sie Gottes Erlösungswerk die Tür zu uns Menschen geöffnet - sowohl handgreiflich - leiblich als auch die Tür zu unseren Herzen.
Maria kann uns dann ein Vorbild werden, wenn wir vor Entscheidungen stehen und versuchen, uns vor diesen zu drücken mit allem möglichen "Wenn und Aber".

Natürlich gibt es Fragen von esistenzieller Wichtigkeit, die nicht eben „aus dem Bauch“ heraus getroffen werden können und die auch andere Menschen betreffen. Aber einem Menschen Leben zu schenken, da braucht es keine lange Überlegung, auch nicht um "Leben zu ermöglichen."

Man muss dazu nicht schwanger werden im biologischen Sinn, sondern beispielsweise eine Entscheidung im Lebensstil treffen - eine, die andere nicht auschließt wegen ihrer Herkunft oder einer Behinderung. Sagen auch wir zu Gottes Wort an uns: „Ich bin ein Freund des Herrn, ich bin bereit, Deinen Willen zu tun.“

In diesem Sinn wünsche ich ihnen eine gesegnete Fastenzeit!

Den spirituellen Impuls für den März 2019
verfasste P. Aelred Kuhbandner OCist

 

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