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Spiritueller Impuls Mai 2018

Maria von den Gittern

Maria UlF v. Magdenau

Gitter können notwendig sein. Leider! Die Gitter in den Frauenklöstern sollten die Schwestern vor Übergriffen schützen. Die Gitter vor Kunstwerken sollen vor Beschädigung und Diebstahl schützen. In der Zisterzienserinnenabtei Magdenau ist die Gästekapelle, die im rechten Winkel zum Schwesternchor gebaut ist, durch ein Gitter getrennt. Dahinter steht eine Marienfigur.

Wer ist nun gefangen und eingeschlossen? Wer sich hinter oder vor dem Gitter befindet? Der Eindruck, dass ich frei bin, nur weil ich gleich wieder die Gästekapelle verlassen und dort hingehen kann, wo ich will, kann trügen. Bin ich wirklich frei in meiner Wahl, wohin ich gehe und was ich tue? Oder bin ich nicht in Konventionen und Vorgaben gefangen und durch eigene Erfahrungen befangen? So frei, wie es auf den ersten Blick scheint, ist niemand. Gerade das Gitter kann anregen, darüber nachzudenken. Vielleicht sind die Menschen, die sich bewusst zurückziehen und einschränken können, viel freier als ich. Auf jeden Fall akzeptieren sie ihre eigene Begrenztheit.

Maria steht hinter dem Gitter. Sie ist aber nicht gefangen. Sie geht in ihrer Berufung auf und darum ist sie frei. Maria als Mutter Gottes ist für uns unerreichbar. Auch das drückt das Gitter aus und gleichzeitig lädt es ein, dass wir die Perspektive wechseln: Wo bin ich eingeengt und gefangen? Wo bin ich frei?

Den spirituellen Impuls für den Mai 2018
schrieb Pater Bruno Robeck OCist

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