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Spiritueller Impuls Oktober 2018

Klärung vor Gott

Beten verstehen wir vor allem als Bitten. In diesem heißen Sommer ohne nennenswerten Regen haben wir im Wettersegen um Regen gebetet. Man kann sich fragen, ob man Regen wirklich herbeibeten kann. Auf jeden Fall ist das Bittgebet immer eine Gratwanderung. Trotz der Gefahr in ein magisches Glaubensverständnis oder in Selbstbespiegelung abzurutschen, bleibt das Bittgebet äußerst sinnvoll. Wer bittet, gibt dadurch zu, dass er nicht alles kann und alles hat. Er ist auf einen anderen angewiesen. Wer betet und bittet, gesteht dadurch seine Abhängigkeit ein. In diesem Sinn ist das Bittgebet eine große Hilfe, um uns unserer Beziehung zu den anderen und letztlich zu Gott bewusst zu werden und sie zu klären. Während der großen Sommerhitze haben wir erkannt, dass wir nicht alles können. Und wir haben erkannt, dass wir nicht alles dürfen, denn das jetzige Klima ist auch eine Folge unseres unbekümmerten Lebensstils. Nach der Klärung unserer Beziehungen müssen wir die Konsequenzen daraus ziehen. Wer Gott um Regen bittet und gleichzeitig zur Vergrößerung der Erderwärmung beiträgt, widerspricht sich selbst. Er sollte entweder aufhören zu beten oder etwas an seinem Lebensstil umstellen. Beten und bitten führt also zum Handeln.

Beten heißt aber nicht nur bitten, sondern auch danken. Wie sehr Beten mit Danken zusammenhängt, zeigt das jährliche Erntedankfest im Oktober. Wer dankt, weiß sich - genau wie der Bittende - auf einen anderen zu verweisen. Der Unterschied liegt darin, dass der Bittende auf das Fehlende wartet, während der Dankende für das Empfangene dankt.

Wir dürfen Dank sagen in diesem Oktober, weil wir trotz aller Widrigkeiten so viel empfangen. Wir müssen Dank sagen, weil wir trotz eigenem Fehlverhalten so viel empfangen. Vor allem aber verpflichtet uns der Dank auf unser zukünftiges Verhalten zu schauen. Wenn unsere zukünftigen Bitten auf Dauer nicht mit unserem Handeln in Einklang stehen, werden wir bald nichts mehr haben, wofür wir danken können.

Den spirituellen Impuls für den Oktober 2018
schrieb P. Bruno Robeck OCist

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