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Geschichte

Bewegte Geschichte

Eine fromme Stiftung des Mittelalters

Die Nonnen des Prämonstratenserordens waren auf Wunsch des Grafen von Wevelinghoven nach Langwaden gekommen. Erstmals wird das Kloster 1173 erwähnt. Es handelte sich um Ordensfrauen eines bis dahin bestehenden "Doppelklosters", wo Mönche und Nonnen zusammen beteten. Nach der Aufhebung der Doppelklöster waren die Nonnen gezwungen, eine neue Bleibe zu finden. Diese stellte der Graf von Wevelinghoven als Stiftung für sein Seelenheil zur Verfügung. Seelsorglich wurden die Nonnen von der Prämonstratenserabtei Knechtsteden betreut.

Die Prämonstratenserinnen ließen die alte Klosteranlage in der Barockzeit umbauen. Von der Innenausstattung erinnert daran die Predigtkanzel, die heute im historischen Refektorium steht.

Napoleon und die Folgen

Nach der Aufhebung des Klosters durch die Französischen Revolutionsarmeen Napoleons im Jahre 1802 erwirbt der französische Diplomat Nicolas-Joseph Maison das Klosterareal. Er lässt die Kirche abreißen, einen Turm am Nordende des Westflügels anbauen, ein großes Tor und Balkon im Mitteltrakt bauen und eine großzügige Parkanlage entstehen. Das Kloster wird zum Schloss, die Nonnen wurden vertrieben.

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Im Nationalsozialismus werden die Gebäude vom Reichsarbeitsdienst okkupiert. Wasserschäden aufgrund unsachgemäßer Nutzung finden sich bis heute im Mauerwerk.

Eigeninitiative war gefragt


Nach dem 2. Weltkrieg finden Flüchtlinge notdürftig Unterkunft in den Gebäuden. In einem Teil dieser Provisorien wohnten immer noch Menschen, als die Zisterzienser nach Langwaden kamen. 1961 wurde der Erbpachtvertrag zwischen der Grafenfamilie von Nesselrode, die 1913 Eigentümer geworden war, und dem Zisterzienserorden abgeschlossen. Die Aufbaujahre waren gekennzeichnet durch das benediktinische "ora et labora": Tagsüber arbeiteteten die Mönche unter Anweisung des studierten Bauingenieurs Frater Bernhard Thebes OCist am Aufbau, abends fuhren sie mit einem Transporter nach Neuss, um am Abendgymnasium das Abitur abzulegen. Dabei standen den Mönchen keine großen Geldsummen zur Verfügung; vieles geschah in Eigenarbeit und mit der Hilfe junger Leute aus ganz Europa. "Über Geld sprachen die Mönche nicht, sie hatten keines" - diesen Spruch formulierte ein Grevenbroicher Bauunternehmer und langjähriger Freund des Klosters und der Mönche.

Das Schloss wurde wieder zum Kloster. Regelmäßig erklang das Gotteslob wieder ab 1964 nach dem Einzug der Mönche.

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Der Kölner Erzbischof Kardinal Josef Höffner weihte 1970 nach Beendigung aller Bauarbeiten den Gästebereich des Klosters ein. 1986 zogen die Mönche in den neu fertig gestellten Bereich der Klausur, der ihnen Abgeschiedenheit und Nähe zugleich garantiert.

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Geschichte der Gebrochenheit und des Aufbruchs

Der Erinnerungsort verhindert, dass wir die heutige Klosteranlage als harmonisch und ausgeglichen erleben können. Er stellt uns in die Spannung von Zerstörung und Bewahrung und von Altem und Neuem hinein. Und er löst diese Spannung nicht auf.

Unser Kloster musste die Zerstörung bis in sein Herzstück hinein erleben. Das Kloster wurde nicht nur aufgehoben, sondern gänzlich profanisiert und die Kirche wurde abgerissen. Auch die Wiederbesiedlung durch uns Zisterzienser kann darüber nicht hinwegtäuschen. Der Erinnerungsort zwingt uns zur Auseinandersetzung mit der ganzen Geschichte Langwadens. Er lässt auch den desolaten Zustand der umgebauten Klostergebäude erahnen, die die Zisterzienser bei ihrer Ankunft vorfanden.

Der Erinnerungsort ist gleichzeitig ein Zeichen des Aufbruchs. Langwaden ist wieder zu einem lebendigen Kloster geworden, zu einem Ort, an dem Gott gesucht wird und an dem viele Menschen neue Hoffnung schöpfen. Als Zeichen unseres Glaubens haben wir ein Kreuz am Erinnerungsort errichtet. Dieses Kreuz war früher in unserer Klosterkapelle und symbolisiert so den Neuanfang in Langwaden im Jahre 1961.
Brüche gehören zu unserem Leben, aber sie können zu Aufbrüchen werden. Dafür steht unser Erinnerungsort, und er lenkt unseren Blick noch einmal auf die Gründungsmönche. Sie sind nicht auf den Trümmern der Vergangenheit sitzen geblieben, sondern haben mutig und beharrlich an der Zukunft mitgebaut.

Kreuz

Bei Ausgrabungsarbeiten in den 1960iger Jahren wurde dieses Steinkreuz gefunden. Es stammt aus der Mitte des 12. Jahrhunderts und gehört zur Gründung Langwadens.

Spendenkonto Kloster Langwaden

Zisterzienserkonvent Langwaden e.V.
IBAN: DE73 3706 0193
0019 1530 10
BIC: GENODED1 PAX
Pax-Bank Köln

Der Stephanssaal

Er ist der meistgenutzte Raum im Kloster Langwaden; der Stefanssaal bildet den würdigen Rahmen für Hochzeitsfeiern, Empfänge und Banketts. Namenspatron ist der dritte Abt des neuen Klosters von Citeaux, Stephan Harding. Geboren wurde er 1059 in England und starb 1134 in Citeaux. Er gab dem jungen Orden seine Verfassung, die Carta Caritatis. Sein Gedenktag ist der 26. Januar.

Die Prioren von Langwaden

1961-1971: P. Theobald Stibitz
1971-1990: P. Bernhard Thebes
1990-2004: P. Basilius Ullmann
2004-ad multos annos: P. Bruno Robeck

Klostergeschichte kurzgefasst

1171 Gründung eines Prämonstratenserinnenklosters

Aleydis als tapfere Kämpferin gegen den Teufel

1802 Verkauf des Gebäudes an Nicolas de Maison und Umbau in ein Schloss

1913 Familie Nesselrode-Reichenstein wird neuer Eigentümer

1961 Abschluss eines Erbpachtvertrages mit Graf Nesselrode

1964 Einzug der Mönche und Beginn des Gotteslobes

1970 Einweihung des Gästehauses durch den Kölner Erzbischof 
Josef Kardinal Höffner

1986 Einweihung der neuen Klausur durch den Generalabt der Zisterzienser Dom Sighard Kleiner

2004 Selbständigkeit des Priorates Langwaden; Bruno Robeck wird neuer Prior

2011 50-Jahrfeier

2012 / 2013 Renovierungsarbeiten und Brandschutzmaßnahmen

Unsere Gottesdienstordnung

Gottesdienstordnung 32

05. August - 12. August 2017


Gottesdienstordnung 33

12. August - 19. August 2017


Gottesdienstordnung 34

19. August - 26. August 2017

Jahreskalender 2017

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