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Spiritueller Impuls Oktober 2019

Der spirituelle Impuls
für den Oktober 2019

Die Zeit ist… - Ja, was ist die Zeit? Die Zeit ist relativ“, sagt der Physiker Albert Einstein. „Die Zeit ist reif“, sagt der weitgereiste Personalvermittler Robert Half. „Die Zeit ist Gnade“, sagt ein Jubilar. „Die Zeit ist kurz“, sagt der evangelische Liederdichter Bernhard Harder (+ 1884). „Zeit ist Geld“, sagt US-amerikanische Unternehmer und Politiker Benjamin Franklin (+ 1790). „Die Zeit ist um“, lautet der Filmtitel eines US-amerikanischen-französischen Filmdramas.

„Sonnenuhr _ Zeit ist Leben. Lebenszeit.“, so haben wir unsere Herbstausstellung genannt. Zeit ist Leben. Für Zeit und Leben gelten dieselben Erfahrungshorizonte - auch das Leben kann kurz oder lang sein; es kann gerade erst so richtig losgehen oder bereits um sein; es kann reifend oder reif sein; es kann durch Geld als selbst verdient oder durch Gnade als frei geschenkt empfunden werden.

Wie wir Zeit und Leben erfahren, ist sehr unterschiedlich. Von dieser Verschiedenheit erzählt unsere Ausstellung. Mich fasziniert besonders, dass unsere Sonnenuhr der Auslöser zu dieser Ausstellung war. Unsere Sonnenuhr ist dabei selbst auch ein Kunstwerk. Nicht nur, dass es der Grundkenntnisse der astronomischen und mathematischen Kunst bedarf, um eine Sonnenuhr zu konstruieren. Die bewusste Auswahl des Ortes und die konkrete Ausgestaltung der Sonnenuhr erheben ebenfalls künstlerischen Anspruch.

Das künstlerische Schaffen beim Bau der Sonnenuhr ist aber immer abhängig von den Gegebenheiten der Natur. Die Sonnenuhr visualisiert den natürlichen Lauf der Sonne und stellt ihn künstlerisch als Zeitablauf dar. Das Kunstwerk bleibt auf die Natur angewiesen - ohne Sonne keine Sonnenuhr. Ohne Sonnenschein keine Zeitanzeige. Wir bleiben abhängig von der Natur trotz des künstlerischen Schaffens. Das ist die eine Tatsache des Kunstwerkes „Sonnenuhr“. Wir Menschen können uns nicht von der Erde und ihren Gegebenheiten lösen. Und doch prägen wir durch das künstlerische Schaffen unser Zeitempfinden und unser Verhältnis zur Natur. Das ist die andere Tatsache des Kunstwerkes „Sonnenuhr“. Natur und Kultur gehören zusammen.

Darum haben wir auch den Termin zur Ausstellungseröffnung bewusst gewählt - nüchtern betrachtet liegt der 21. September in der unmittelbaren Nähe zur Tag- und Nachtgleiche - am Montag, dem 23. September 2019 dauern bei uns Tag- und Nacht jeweils 12 Stunden und halten sich somit die Waage - ein Gleichgewicht, das nicht bleiben wird. Schauen wir nur punktuell auf diesen Gleichstand, sehen wir nur Ausgeglichenheit. Für uns ist jedoch klar - die Tage werden kürzer, die Nächte länger. Im nächsten Frühjahr werden wir wieder dasselbe Phänomen der Tag- und Nachtgleiche erleben - am 20. März nächsten Jahres werden sich Tag und Nacht wieder die Waage halten. Danach verläuft die Entwicklung aber andersherum - das Gleichgewicht wird zugunsten des Lichtes aufgelöst werden.

Wer möchte, kann aus dieser natürlichen Tatsache eine spirituelle Lebenskunst entwickeln - Zeit lässt sich nicht festhalten. Es wird Zeiten geben, die wir als ausgeglichen erfahren werden. Sie lassen sich nicht festhalten. Wie die ausgeglichene Zeit gekommen ist, so wird sie wieder vergehen, und wie sie vergangen ist, so wird sie wiederkommen. Wenn wir die Zeit - die uns gegebene Lebenszeit - bewusst erleben, können wir etwas lernen und zu Lebenskünstlern werden.

Ich würde mich freuen, wenn unsere diesjährige Herbstausstellung allen, die sie besuchen, Anregungen mitgibt, wie sie ihre Lebenszeit als Zeit zum guten und erfüllten Leben erfahren können.

Der spirituelle Impuls für den Oktober 2019 ist der leicht überarbeitete Betrachtungstext von P. Bruno Robeck OCist zur Vernissage der Ausstellung „Sonnenuhr _ Zeit ist Leben. - Lebenszeit.“ vom 21. September 2019. Die Ausstellung kann bis zum 30. November 2019 täglich im Kloster Langwaden besucht werden.

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